Suchen Suchen Kontakt Kontakt Home Home
Über uns
Lösungen &
Services
Events
Schulungen
Presse
Medienmitteilungen
Fachartikel
Jobs & Karriere

InfoTrust AG
IT Security Solutions
Riedhofstrasse 11
Postfach
CH-8804 Au ZH
Tel. +41 (0)43 477 70 10
Fax +41 (0)43 477 70 12

info@infotrust.ch

Presse
>> Fachartikel

IT-Security: Ansätze zur Prävention

Die vor kurzem veröffentlichte Studie „Computer Crime and Security Survey 2003“ von CSI und FBI zeigt auf, dass 98% der befragten Unternehmen Firewalls als eine der verwendeten Schutzmassnahmen gegen Gefahren aus dem Internet einsetzen. Diese Studie wird jährlich erstellt. Rund 530 Unternehmen unterschiedlicher Grösse und aus diversen Branchen werden befragt. Erstaunlich sind die Antworten der Befragten: 78% (2002: 74%) der Angriffe stammen aus dem Internet, 18% (2002: 12%) aus Dial-In und nur gerade 30% (2002: 33%) von internen Systemen (Mehrfachnennungen waren möglich). In der Praxis wird die Anzahl der Angriffe von internen Systemen aus höher ausfallen. In der Regel sind diese aber schwerer erkennbar als die Angriffe aus dem Internet.

Firewall: die klassische Sicherheitsmassnahme

Die Angreifer entwickeln immer neue Methoden, um die installierten Security-Massnahmen zu umgehen. Die Firewall ist ein klassisches Beispiel einer Sicherheitsmassnahme. Zwar haben fast alle Unternehmen eine Firewall, die den Datenzugriff aus dem und ins Internet regelt, doch diese Firewall alleine hat meistens keine Chance, komplexe Angriffe abzuwehren.

Firewalls arbeiten auf den OSI Layern 3 und 4, d.h. sie entscheiden aufgrund der IP-Adressen, des Protokolls (TCP/UDP/ICMP) und der Portnummer, ob ein Dienst zugelassen ist. Die Firewall unterscheidet sich vom einfachen Paket Filter dadurch, dass der Zustand einer Verbindung überwacht wird. In diesem Fall wird von sogenannten Stateful Firewalls gesprochen. Die Stateful-Inspection-Technologie wurde von der Firma Check Point Technologies erfunden und patentiert. Bei Stateful Firewalls wird nur der Verbindungsaufbau definiert, z.B. der Web-Zugriff vom internen Netzwerk in das Internet. Im Gegensatz zu Paket Filtern, bei denen für jede Verkehrsrichtung Anfrage und Antwort, bzw. an jedem Interface ein Filter definiert wird. Die Stateful Firewall überwacht die Anfrage und weiss genau, welche Antwortpakete erlaubt sind. Die meisten Firewall-Hersteller unterstützen heute dieses Konzept.

Moderne Firewalls können nicht nur dynamisch die benötigten Ports für die Antwortpakete öffnen. Sie überprüfen auch den Inhalt des Pakets bis auf Layer 4. Bei TCP beispielsweise wird überprüft, ob die Sequence-, die Acknowledgement-Nummer und die TCP Flags dem Status der Verbindung entsprechen. Beim Feststellen einer Unregelmässigkeit wird die Verbindung unterbrochen. Dieser Sicherheitsmechanismus schützt vor Angriffen auf TCP-Ebene.

Die meisten komplexeren Angriffe auf Unternehmensnetzwerke basieren nicht auf den Protokollen der Layer 3 und 4, sondern auf Applikationsprotokollen, wie HTTP (Web-Zugriff), FTP (File-Transfer) und SMTP (Mail-Dienst).

HTTP-Verkehr im Detail

HTTP wird für zwei Bereiche eingesetzt. Einerseits für den Zugriff der eigenen Benutzer auf Webserver im Internet, andererseits für den Zugriff aus dem Internet auf firmeneigene Webserver in der DMZ.

Der Zugriff auf Webserver im Internet muss über den TCP Port 80 auf der Firewall erlaubt sein, damit die Benutzer auf die Webseiten zugreifen können. Für die Firewall ist dies kein Problem, sie lässt die Anfragen über Port 80 zu. Immer mehr Applikationsentwickler benutzen HTTP sozusagen als „Transportprotokoll“ für ihre Anwendungen. Die Firewall erkennt nicht, dass es sich dabei nicht um „normale“ Webzugriffe handelt. Peer-to-Peer-Applikationen oder Audio/Video Streams werden oft über HTTP transportiert. Auch Hacker nutzen diese Möglichkeit aus.


(
Abbildung 1)

Eine sehr bekannte Hacker-Technik ist das Tunneling von Applikationen über Port 80. Der Angreifer versucht dem internen Benutzer per Mail, per CD-ROM oder über einen vom Benutzer initiierten Download ein Stück Malicious Mobile Code anzubieten. Der Code wird als harmlose Applikation getarnt. Im Hintergrund wird jedoch eine ausgehende Verbindung über Port 80 auf einen vordefinierten Server im Internet aufgebaut. Aus Sicht der Firewall ist diese Verbindung erlaubt.

Eine sehr bekannte Hacker-Technik ist das Tunneling von Applikationen über Port 80. Der Angreifer versucht dem internen Benutzer per Mail, per CD-ROM oder über einen vom Benutzer initiierten Download ein Stück Malicious Mobile Code anzubieten. Der Code wird als harmlose Applikation getarnt. Bei Ausführung der Applikation erscheint auf dem Bildschirm eine belanglose Information. Im Hintergrund wird jedoch eine ausgehende Verbindung über Port 80 auf einen vordefinierten Server im Internet aufgebaut. Über diese erlaubte Verbindung tunnelt der Angreifer seine Anwendung, z.B. einen Keyboard Sniffer oder eine Command Shell. Der Angreifer hat somit vollen Zugriff auf den Rechner des Benutzers. Für die Firewall ist immer noch alles in Ordnung und die Verbindung wird durchgelassen. Dieses Angriffsszenario macht deutlich, dass es heute nicht ausreicht, nur eine Firewall zu implementieren. Um solch einen Angriff zu verhindern, müssen zusätzliche Sicherheitsmechanismen eingesetzt werden. Hier stehen generell zwei unterschiedliche Strategien zur Auswahl, die sich bei Bedarf auch kombinieren lassen.

Mögliche Strategien zur Sicherung des Unternehmensnetzwerks


(Abbildung 2)

Der klassische Ansatz schützt das Unternehmensnetzwerk durch die Implementation eines Application Gateway. Benutzer, die auf Services im Internet zugreifen möchten, müssen sich zuerst am Application Gateway authentisieren. Verläuft die Authentisierung erfolgreich, wird vom Application Gateway aus eine Verbindung zum Zielsystem im Internet aufgebaut. Mit dieser Technologie können auch eigene Webserver geschützt werden (Reverse Proxy).

Der zweite Lösungsansatz besteht in der Erweiterung der Firewall-Funktionalität bis auf Layer 7. Diese Funktionalität wird als Application Intelligence bezeichnet. Application Intelligence definiert die Überprüfung von Applikationsprotokollen auf Layer 7. Der Unterschied zum Application-Gateway-Ansatz liegt darin, dass der Benutzer nicht merkt, dass seine Verbindung abgesichert wird. Die Firewall liest und verarbeitet ohne Performance-Einbussen mehr Informationen aus den für die Stateful Inspection eingelesenen Paketen.

Der klassische Ansatz schützt das Unternehmensnetzwerk durch die Implementation eines Application Gateway, auch bekannt als Proxy, der im internen Netzwerk eingesetzt wird. Benutzer, die auf Services im Internet zugreifen möchten, müssen sich zuerst am Application Gateway authentisieren. Verläuft die Authentisierung erfolgreich, wird vom Application Gateway aus eine Verbindung zum Zielsystem im Internet aufgebaut. Auf dem Application Gateway können Filter definiert werden, die den HTTP-Verkehr kontrollieren.

Der zweite Lösungsansatz besteht in der Erweiterung der Firewall-Funktionalität bis auf Layer 7. Check Point Technologies verfolgt als erster Hersteller von Stateful Firewalls diesen Ansatz. Diese Funktionalität wird als Application Intelligence bezeichnet. Application Intelligence definiert die Überprüfung von Applikationsprotokollen auf Layer 7. Der Unterschied zum Application-Gateway-Ansatz liegt darin, dass der Benutzer nicht merkt, dass seine Verbindung abgesichert wird. Es bestehen keine Performance-Einbussen und die Anmeldung ist optional. Die Firewall liest und verarbeitet mehr Informationen aus den für die Stateful Inspection eingelesenen Paketen. Dieser neue Ansatz bietet sich nicht nur für ausgehende Verbindungen an. Auch Verbindungen vom Internet her auf die eigenen Webserver lassen sich mit diesem Mechanismus absichern. Diese Funktion bietet u. a. Schutz vor Cross-Site-Scripting-Attacken und vor direkten Angriffen auf den Webserver (Code Red, Nimda, etc.). Falls ein Unternehmen Webservices nutzt (Kommunikation zwischen Webservern) und Meldungen über das auf XML basierende SOAP (Simple Object Access Protocol) ausgetauscht werden, so ist es nun möglich, diese Meldungen auf der Firewall zu überprüfen. Die Meldungen werden mit einem zugelassenen Schema verglichen. Entsprechen die Meldungen nicht einem dieser Schemen, werden sie verworfen.

Die Application-Gateway-Technologie bietet auch für eingehende Verbindungen eine Alternative zur Firewall mit Layer 7 Funktionalität. Anstelle des Proxy kommt ein Reverse Proxy zum Einsatz, der den Zugriff auf die eigenen Webserver regelt. Ein Besucher aus dem Internet kommuniziert nur mit dem Reverse Proxy und dieser baut die Verbindung zum Webserver auf.

Fazit

Der Application-Gateway-Ansatz hat sich schon über Jahre bewährt. Zu beachten gilt, dass die Application Gateways stark limitiert sind bezüglich Anzahl Protokolle, die sie unterstützen. Konkret heisst das, dass für die unterschiedlichsten Applikationen verschiedene Application Gateways eingesetzt werden müssen. Die Application Gateways müssen zudem entsprechend ihrer Funktion an der geeigneten Stelle im Datenpfad platziert werden, d.h. für dieselbe Funktion sind vielfach mehrere Geräte nötig.

Der Firewall-Ansatz mit Application Intelligence (Layer 7) muss sich zuerst in der Praxis bewähren. Der grosse Vorteil dieses Ansatzes ist, dass die Firewall die Applikationsprotokolle schon vor dem Eintritt in das Unternehmensnetzwerk prüft und entscheidet, ob das Paket weitergeleitet wird. Somit belasten Pakete, die verworfen werden, nicht unnötig die Ressourcen des Unternehmens. Anhand der Risikobetrachtung wird in der Security Policy eines Unternehmens definiert, bei welchen Anwendungen eine solche Firewall zum Einsatz kommt. Der Firewall-Ansatz dient als optimale Präventionsmassnahme und ist als Komplettlösung nicht so kostenintensiv wie dediziert aufgebaute Funktionsmodule.

In der Praxis werden beide Möglichkeiten koexistieren und sich ergänzen. Beispielsweise dient der Proxy im internen Netzwerk in vielen Fällen noch als Cache und ist mit einem Virenscanner kombiniert, der die HTTP-Daten auf Viren überprüft. Zum Schutz der eigenen Webserver eignet sich die Firewall mit Application Intelligence hervorragend, da oft aus Kostengründen auf den Schutz der eigenen Webserver mit Reverse Proxies verzichtet wird.

top