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Sicherer Zugriff
auf Unternehmensdaten - zeit- und ortsunabhängig
Quelle: CASH,
Schutz und Sicherheit, 26. Oktober 2006
Autor: Tom Hager, CEO, InfoTrust
Mitarbeiter sollen
jederzeit und von jedem Ort sicher auf Unternehmensdaten
zugreifen können. Dies ist eine Anforderung,
die nicht nur in grossen Unternehmen stark
zunimmt. Vor der Implementierung einer solchen
Remote-Access-Lösung müssen zwingend
die Ziele bzw. der Nutzen definiert sowie
die damit verbundenen Risiken analysiert
werden. Nur dadurch kann sichergestellt,
dass die Remote-Access-Lösung sicher
und nutzbringend eingesetzt wird.
Mit Hilfe von Remote-Access-Lösungen
können ausgewählte Geschäftsprozesse
unterstützt bzw. optimiert werden,
z. B. mittels Zugriff auf E-Mails über
Smart Phone oder auf Customer Relationship
Managementlösungen (CRM) über
Notebook. Unter Remote Access wird ganz
allgemein der Zugriff von ausserhalb des
Unternehmens auf Unternehmensdaten verstanden.
Die klassische Art von Remote Access ist
die direkte Einwahl via Modem in das Unternehmensnetzwerk.
Diese Art der Einwahl wurde durch die Kommunikation
über das Internet abgelöst.
Ein essentieller Bestandteil
bei der Einführung einer Remote-Access-Lösung
ist die Konzeptphase. In dieser wird klar
festgelegt, welche Applikationen bzw. Unternehmensdaten
über den Remote Access welchen Mitarbeitern
zugänglich gemacht werden. Auch zu
definieren gilt, mit welchen Geräten
auf das Unternehmensnetzwerk zugegriffen
werden kann. In der Praxis werden den Mitarbeitern
oft vom Unternehmen verwaltete Notebooks
zur Verfügung gestellt. Dies hat den
Vorteil, dass die Kontrolle des Notebooks
in der Hand der Informatikabteilung liegt
und somit einem definierten Sicherheitsstandard
entspricht. Neben dem Notebook kommen auch
Endgeräte wie Smart Phones, Black Berrys
und Mobiletelefone zum Einsatz. Auch bei
diesen Geräten muss konsequent das
Ziel der Optimierung der Geschäftsprozesse
verfolgt werden. Es ist definitiv der falsche
Ansatz, diese Geräte nur als technisches
Gadget oder Prestigeobjekt einzuführen.
Der Standort des Mitarbeiters beim Zugriff
auf das Unternehmensnetzwerk ist in der
Konzeptphase ebenfalls zu berücksichtigen.
Ein Aussendienstmitarbeiter, der täglich
unterwegs ist und sich über verschiedene
Anbieter über Kabel oder WLAN im Hotel
oder am Flughafen oder über GPRS, EDGE,
UMTS, HSDPA ins Internet einwählt,
ist aus Sicht der nötigen Sicherheitsmassnahmen
anders zu behandeln als ein Mitarbeiter,
der von seinem Heimarbeitsplatz über
ADSL oder einem Breitbandanschluss mit dem
Unternehmen kommuniziert. Generell wird
durch den Remote Access das Unternehmensnetzwerk
an Standorte verlängert, die nicht
mehr in der Kontrolle des Unternehmens liegen.
Die Möglichkeiten für die Absicherung
dieser Standorte beschränken sich nur
auf die für den Remote Access verwendeten
Geräte. In der Konzeptphase werden
deshalb die Sicherheitsmassnahmen für
die eingesetzten Gerätetypen entsprechend
den möglichen Risiken definiert.
Vor dem Zugriff auf
das Unternehmensnetzwerk muss sich der Mitarbeiter
sicher authentisieren. Diese Authentisierung
wird im einfachsten Fall über Benutzernamen
und Passwort realisiert. Mitarbeiter, die
auf unternehmenskritische Daten oder von
fremden Rechnern her zugreifen, sollten
sich zwingend mit einem One-Time-Passwort
authentisieren. Dieses Passwort ist nur
eine bestimmte Zeit gültig und kann
nur einmal verwendet werden. Gelöst
wird diese Anforderung mit einer elektronischen
Token-Karte, z. B. in Form eines Schlüsselanhängers.
Nach erfolgreicher Authentisierung erhält
der Mitarbeiter Zugriff auf die für
ihn freigeschalteten Ressourcen. Die Kommunikation
zwischen dem Gerät des Mitarbeiters
und dem Unternehmensnetzwerk erfolgt verschlüsselt
über VPN (Virtual Private Network)
-Technologie. Diese hat sich in den letzten
Jahren etabliert und wird in unterschiedlichen
Ausprägungen, abhängig von den
verwendeten Endgeräten, eingesetzt.
Ein grosser Vorteil dieser Technologie ist
die Unabhängigkeit vom Übertragungsmedium,
sie kann zur Absicherung von drahtgebundenen
wie auch für Wireless-Verbindungen
eingesetzt werden.
Neben der sicheren
Authentisierung des Benutzers und der Absicherung
des Kommunikationskanals sind Schutzmassnahmen
auf dem Endgerät selbst unerlässlich.
Der Verlust eines mobilen Endgerätes
durch Vergessen im Taxi oder durch Diebstahl
muss von vornherein berücksichtigt
werden. Wenn auf dem Endgerät lokal
Unternehmensdaten abgespeichert werden,
dann müssen entsprechende Schutzmassnahmen
implementiert werden, d. h. die Daten müssen
verschlüsselt abgelegt und dadurch
vor fremden Zugriff geschützt sein.
Die Implementierung von diesen Sicherheitsmassnahmen
ist auf den Notebooks ohne grössere
Einschränkungen möglich. Anders
sieht es da auf Smart Phones, Black Berrys
und Mobiltelefonen aus, da sich zusätzliche
Sicherheits-Software nicht auf allen Geräten
installieren lässt oder diese zuviel
Prozesserleistung benötigt. Einige
wenige Smart Phones unterstützen die
Implementierung der Sicherheitsmassnahmen
oder bieten zusätzliche Sicherheitsfunktionen
an, z. B. die Sperrung oder Löschung
eines Smart Phones mittels eines vordefinierten
Passworts, welches via SMS zugestellt wird.
Die Wahl des richtigen Smart Phones, auf
dem die benötigten Sicherheitsmassnahmen
implementiert werden können, sollte
in der Konzeptphase getroffen werden. Bei
dieser Wahl dürfen aber keine Kompromisse
zum Nachteil der Sicherheit eingegangen
werden. Die Viren-Thematik wird vielfach
auf den Smart Phones vernachlässigt.
Ein ganzheitliches Virenschutzkonzept über
alle Geräte ist beim Remote Access
unerlässlich.
Ein wichtiger Bestandteil
bei der Einführung einer Remote-Access-Lösung
ist die Ausbildung der Mitarbeiter. Den
Mitarbeitern muss nicht nur der Nutzen vermittelt
werden, die Mitarbeiter müssen auch
auf die Gefahren und die richtige Handhabung
der Lösung trainiert werden. Es muss
klar definiert sein, wie beim Verlust eines
Endgerätes vorzugehen ist. Zudem muss
der Mitarbeiter wissen, zu welchen Betriebszeiten
er Unterstützung von der Informatikabteilung
erhält.
Eine Remote-Access-Lösung
lässt sich umso erfolgreicher und sicherer
einführen, je detaillierter die Konzeptphase
ausgearbeitet wurde.
Legende zur Abbildung:
Die Grafik zeigt
die verschiedenen Möglichkeiten von
Remote-Access-Lösungen, die in einem
Unternehmen eingesetzt werden können.
Die sichere und erfolgreiche Einführung
einer solchen Lösung hängt wesentlich
von einer detaillierten Konzeptphase ab,
in der klar festgelegt wird, welche Applikationen
bzw. Unternehmensdaten über den Remote
Access welchen Mitarbeitern zugänglich
gemacht werden.
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