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Sichere Integration von mobilen Anwendungen

Quelle: Netzguide E-Security 2007
Autor: Tom Hager, CEO, InfoTrust

Mit neuen, flexibleren Arbeitsmodellen und konstanter Optimierung der Geschäftsprozesse zur Erhöhung von Wettbewerbsvorteilen steigen die Anforderungen an die Verfügbarkeit und Standortunabhängigkeit von Applikationen respektive Unternehmensdaten.

Um den neuen Anforderungen zu entsprechen, müssen die Mitarbeiter unabhängig vom Standort sicher auf Unternehmensdaten zugreifen können. Die mobile Datenkommunikation ist Bestandteil einer ganzheitlichen Remote-Access-Lösung. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor bei der Implementierung einer solchen Lösung liegt in der Konzeptphase. In dieser wird klar festgelegt, welche Applikationen bzw. Unternehmensdaten über den Remote Access welchen Mitarbeitern zugänglich gemacht werden. Auch zu definieren gilt, mit welchen Geräten auf das Unternehmensnetzwerk zugegriffen werden kann.

In der Praxis stellt das Unternehmen den Mitarbeitern oft Notebooks zur Verfügung, die durch das Unternehmen verwaltet werden. Dies hat den Vorteil, dass die Kontrolle des Notebooks in der Hand der Informatikabteilung liegt und somit einem definierten Sicherheitsstandard entspricht. Einige Unternehmen lassen privat beschaffte Notebooks der Mitarbeiter als Arbeitsmittel zu. Auf diesen können die Sicherheitsstandards des Unternehmens nicht vollumfänglich umgesetzt werden. Höhere Betriebsaufwendungen der Informatikabteilung machen die anfänglich eingesparten Investitionen zunichte. Neben dem Notebook kommen auch Endgeräte wie Smartphones, Blackberrys und Mobiltelefone zum Einsatz. Auch bei diesen Geräten muss konsequent das Ziel der Optimierung der Geschäftsprozesse verfolgt werden. Es ist definitiv der falsche Ansatz, diese Geräte
nur als technische Gadgets oder Prestigeobjekte einzuführen.

Gerätetypen nach Risiken kategorisieren

In der Konzeptphase ist ebenfalls der Standort des Mitarbeiters beim Zugriff auf das Unternehmensnetzwerk zu berücksichtigen. Ein Aussendienstmitarbeiter, der täglich unterwegs
ist und sich über verschiedene Anbieter via Kabel oder WLAN im Hotel oder am Flughafen
oder über GPRS, EDGE, UMTS, HSDPA ins Internet einwählt, ist aus Sicht der nötigen
Sicherheitsmassnahmen anders zu behandeln als ein Mitarbeiter, der von seinem Heimarbeitsplatz über ADSL oder einem Breitbandanschluss mit dem Unternehmen kommuniziert.

Generell wird durch den Remote Access das Unternehmensnetzwerk an Standorte verlängert, die nicht mehr in der Kontrolle des Unternehmens liegen. Die Möglichkeiten für die Absicherung dieser Standorte beschränken sich nur auf die für den Remote Access verwendeten Geräte. In der Konzeptphase werden deshalb die Sicherheitsmassnahmen für die eingesetzten Gerätetypen entsprechend den möglichen Risiken definiert. Oberste Devise ist auch hier die bessere Integration und Kontrolle der dem Mitarbeiter zur Verfügung gestellten Geräte.

Unterschiedliche Lösungsansätze

Unterschiedliche Lösungsansätze stehen für die Integration zwischen Unternehmensnetzwerk
und Endgeräten zur Auswahl. Bewährte IPSec- oder SSL-VPN-Technologien bieten vollumfänglichen Schutz der Kommunikationsverbindung durch starke Authentisierung der Kommunikationspartner und der Verschlüsselung der zu übertragenden Daten. Auf mobilen Clients wie Notebooks können diese Lösungen erfolgreich eingesetzt werden. Auf Smartphones, Blackberrys und Mobiltelefonen ist der Einsatz von VPN-Technologien vielfach problematisch, da die Geräte heute über zu wenig CPU-Leistung verfügen, um neben den Applikationen auch noch rechenintensive Sicherheitstechnologien
zu unterstützen.

Die Schutzmassnahmen auf den Endgeräten selbst sind jedoch unerlässlich. Der Verlust eines mobilen Endgerätes durch Vergessen im Taxi oder durch Diebstahl muss von vornherein berücksichtigt werden. Wenn auf dem Endgerät lokal Unternehmensdaten abgespeichert
werden, dann müssen entsprechende Schutzmassnahmen implementiert werden, heisst: Die Daten müssen verschlüsselt abgelegt und dadurch vor fremden Zugriff geschützt sein. Einige wenige Smartphones unterstützen beispielsweise die Implementierung von Sicherheitsmassnahmen oder bieten zusätzliche Sicherheitsfunktionen an wie die Sperrung oder Löschung eines Smartphones mittels eines vordefinierten Passworts, das via SMS zugestellt
wird. Die Wahl des richtigen Smartphones, auf dem die benötigten Sicherheitsmassnahmen
implementiert werden können, sollte in der Konzeptphase getroffen werden. Bei dieser Wahl dürfen keine Kompromisse zum Nachteil der Sicherheit eingegangen werden.

In der Praxis wird zum Beispiel die Viren-Thematik auf diesen Geräten leider oft vernachlässigt. Doch beim Remote Access ist ein ganzheitliches Virenschutzkonzept über alle Geräte hinweg zwingend notwendig. Auch die Kompatibilität und das zentrale Management sind wichtige Bestandteile einer Remote-Access-Lösung.

Abb. 1: Beim klassischen Zugriff bieten bewährte IPSec- oder SSL-VPN-Technologien vollumfänglichen Schutz der Kommunikationsverbindung mittels starker Authentisierung der Kommunikationspartner und der Verschlüsselung der Daten. Auf mobilen Clients wie Notebooks können diese Lösungen erfolgreich eingesetzt werden.

Absicherung auf Applikationsebene

Ein etwas anderer Ansatz bietet die direkte Absicherung durch die Applikation. Ein Beispiel dafür ist Mobile E-Mail, das von Analysten schon als «die nächste Killerapplikation» thematisiert wird. Beispielsweise werden bei der Push-Mail-Lösung von Microsoft die Kommunikationspartner mittels X.509v3-Zertifikaten gegenseitig authentisiert und die Daten verschlüsselt, das heisst, es werden
keine zusätzlichen VPN-Technologien benötigt. Damit sich die Endgeräte mit dem Exchange-
Mailserver verbinden können, muss dieser vom Internet her allerdings erreichbar sein. Dies widerspricht dem Konzept, dass keine internen Server direkt vom Internet her erreichbar sein sollen. Der Weg für mögliche Angriffe auf den Server wäre dadurch geebnet. Die Lösung zum sicheren Betrieb liegt hier beim Einsatz von Applikations-Proxy-Technologien in der DMZ (demilitarisierte
Zone).
Diese erlauben keine direkte Verbindung zwischen Endgerät und Mailserver. Anstelle des Mailservers übernehmen sie die Authentisierung und Verschlüsselung des Datenstromes. Für die Benutzer ist der Einsatz eines Proxies transparent. In Zukunft werden neben E-Mail- und Kalender-Applikationen weitere Geschäftsapplikationen den Benutzern von Smartphones, Blackberrys oder Mobiltelefonen zur Verfügung stehen. Wichtig ist beim Proxy-Konzept aus Sicht des Betriebs und der dadurch anfallenden Kosten, dass auch alle zukünftigen Applikationen über einen zentralen Proxy kommunizieren. Smartphone-Hersteller wie beispielsweise Nokia oder Research In Motion (Blackberry) bieten heute schon eigene Proxy-Lösungen an. Zahlreiche Unternehmensapplikationen
können über diese Proxy-Lösungen sicher integriert werden.

Abb. 2: Bei der direkten Kommunikation mit der Applikation authentisieren sich die Kommunikationspartner gegenseitig und die Daten werden verschlüsselt. Der Mail-, bzw. Applikations-Server, ist bei dieser Variante vom Internet her direkt erreichbar. Somit ist der Weg frei für mögliche Angriffe auf den Server. Der Einsatz von Applikations-Proxy-Technologien in der DMZ (demilitarisierten Zone) erlaubt eine sichere Verbindung der Kommunikationspartner. Hier übernimmt der Proxy die Authentisierung und Verschlüsselung des Datenstromes.

Interne Schulung der Mitarbeiter

Eine grosse Bedeutung kommt bei der Einführung einer Remote-Access-Lösung der Ausbildung der Mitarbeiter zu. Den Mitarbeitern muss nicht nur der Nutzen vermittelt werden, sie müssen auch die Gefahren kennen und die richtige Handhabung der Lösung trainieren. Es muss klar definiert sein, wie beim Verlust eines Endgerätes vorzugehen ist. Zudem muss der Mitarbeiter wissen, zu welchen Betriebszeiten er Unterstützung von der Informatikabteilung erhält.

Fazit

Eine Remote-Access-Lösung lässt sich umso erfolgreicher und sicherer einführen, je detaillierter
und umfangreicher die Konzeptphase ausgearbeitet wurde.

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