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Risikoanalyse & -management und ihre Bedeutung für die Sicherheit der Geschäftsinformationen

Quelle: CASH, Schutz und Sicherheit, 24. Mai 2007
Autor: Christoph Koch, Information Security Consultant, InfoTrust

Die Nachfrage nach Transparenz bezüglich Risiken aufgrund interner und externer Vorgaben gewinnt zunehmend an Bedeutung. Dabei geht es nicht ausschliesslich um Technologien und Infrastrukturen, sondern auch um einen wirtschaftlich optimalen, in der Praxis umsetzbaren Schutz der Geschäftsaktivitäten und –Prozesse.

Unternehmen im Spannungsfeld des Marktes

Erfolgreiche Unternehmen haben erkannt, dass neben den spezifischen Leistungen in Geschäftsfeldern das Risikomanagement zur Kernkompetenz des Unternehmens gehört. Der Stellenwert der Risiken rund um Geschäftsinformationen und die Abhängigkeit der Unternehmen von der Informationstechnologie nehmen zu. Dank Möglichkeiten wie Internet, Mobilität und die immer engere Zusammenarbeit mit Kunden, Zulieferern und anderen Partnern werden die Anforderungen an das Sicherheitskonzept höher. In einem durch Konkurrenzkampf geprägten Marktumfeld heben sich innovative Unternehmen durch in der Praxis anwendbares Risikomanagement ab. Diese Unternehmen haben ihre Risiken im Griff und nutzen identifizierte Chancen.

IT-Risikomanagement

Unabhängig von den verschiedenen Risiko-Kategorisierungen und sonstigen Definitionen verstehen Unternehmen vermehrt Informationssicherheit als in der Praxis angewendetes IT-Risikomanagement unter Berücksichtigung der IT-Systeme, der Verfahren (d.h. Geschäftsaktivitäten und –Prozesse), der betroffenen Personen (Mitarbeiter, Kunden, Partner) und der externen Ereignisse (beispielsweise Erdbeben, Überflutungen). Dabei werden gängige, relevante Standardregelwerke (ISO/IEC 17799, 27001, Cobit und IT-Grundschutzkataloge) herangezogen und geltende, regulatorische Vorgaben einbezogen (Swiss Code of Best Practice in Corporate Governance, Basel II, Gesetze und interne Vorgaben).

Komponenten des IT-Risikomanagements

Das IT-Risikomanagement besteht aus den Komponenten Abgrenzung und Rahmenbedingungen, Risikoanalyse, Bewertung, Strategie, Umsetzung und Kommunikation des Restrisikos. In der Abgrenzung und den Rahmenbedingungen werden festgehalten, welche Bereiche einer Unternehmensorganisation und welche IT-Infrastrukturen untersucht werden. Je nach Situation kann es erforderlich sein, spätestens an dieser Stelle eine Anforderungsanalyse durchzuführen, damit die passende Zielsetzung festgehalten werden kann. Im Zentrum des IT-Risikomanagements steht die IT-Risikoanalyse, d.h. die Identifikation und eine erste Einschätzung von IT-Risiken gemäss der zuvor definierten Zielsetzung und des abgegrenzten Untersuchungsbereichs, beispielsweise der internen IT-Organisation. In der separaten Bewertung der in der Analyse identifizierten IT-Risiken fliessen übergeordnete Aspekte ein. Dazu gehören beispielsweise Erkenntnisse aus der IT-Risikoanalyse selbst (Potential für Kosteneinsparung, bessere Geschäftsabläufe), der Einbezug der Risikowahrnehmung des Managements sowie die Anforderungen an die Gegenmassnahmen. Als nächster Schritt wird die Strategie der Umsetzung festgelegt. Es wird entschieden, welche Risiken zu verhindern, vermindern, überwälzt oder in Kauf genommen werden wollen. Mit diesen gesammelten Informationen können schliesslich die geeigneten Gegenmassnahmen für jedes identifizierte Risiko gewählt und umgesetzt werden.

IT-Risikoanalyse

Bei der IT-Risikoanalyse geht es darum, Risiken zu identifizieren, die den IT-Betrieb auf die eine oder andere Art gefährden und somit die unterstützten Geschäftsaktivitäten und –Prozesse ebenfalls beeinträchtigen oder gar ausfallen lassen. Oft liegen nicht genügend Informationen für eine umfassende IT-Risikoanalyse vor, damit die Eintrittswahrscheinlichkeit und die Auswirkung eines potentiellen Schadens eingeschätzt werden können. In solchen Fällen beschränkt man sich auf eine oder zwei Teilanalysen der umfassenden Risikoanalyse. Zu den Teilanalysen gehören: Die Gefährdungs-, Schwachstellen- und die Impact-Analyse. Wenn IT-technische Belange untersucht werden müssen, kommt die IT-Strukturanalyse zum Zug: Hier werden die zum unternehmensspezifischen IT-Verbund gehörenden Infrastrukturen aufgenommen und die Abhängigkeiten untereinander aufgezeigt.

Legende zur Abbildung:

Die Darstellung zeigt die Zusammenhänge zwischen Gefährdung, Schwachstelle und Auswirkung auf.

Selbst mit einem beschränkten Budget für eine IT-Risikoanalyse werden erste wertvolle Erkenntnisse herausgeschält. Die Gefährdungsanalyse zeigt beispielsweise, welche Gefährdungen für ein Unternehmen relevant sind und welche nicht. Die dafür notwendigen Standard-Gefährdungskataloge müssen nicht in mühsamer Kleinarbeit entwickelt werden. Diese Kataloge können bestehenden Regelwerken wie den Grundschutzkatalogen des deutschen Bundesamtes für Informationssicherheit entnommen und allenfalls ergänzt werden. Trifft eine relevante Gefährdung auf eine in der Schwachstellenanalyse identifizierte Schwachstelle, so spricht man von einem identifizierten Risiko.

Legende zur Abbildung:

Bei diesem Schema werden die Eintrittswahrscheinlichkeit eines IT-Risikos und die Auswirkungen eines potentiellen Schadens dargestellt.

Fazit

Durch die starke Abhängigkeit von der Informationstechnologie und durch immer stärkere Bestrebungen zu Kundennähe beschäftigen sich Unternehmen vermehrt mit aktivem IT-Risikomanagement. Der damit verbundene zusätzliche Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Unternehmen und die Berücksichtigung von zunehmenden regulatorischen Vorgaben sind weitere Gründe zu Gunsten einer permanenten Bewirtschaftung der Unternehmensrisiken. Aktives IT-Risikomanagement deckt auch Chancen auf: Erhöhte Produktivität dank effektiverer Nutzung von vorhandenen IT-Infrastrukturen und -Prozessen, Kosteneinsparung dank Verhinderung von Ausfällen bei IT-Infrastrukturen und effiziente Unterstützung der Geschäftsaktivitäten und –Prozesse.

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