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Optimierung,
Kostentransparenz und Effizienz
Quelle: Netzguide
IT-Infrastruktur und -Management 2007
Autor: Tom Hager, CEO, InfoTrust
Der umfassende
Schutz von produktiven IT-Systemen stellt
für Unternehmen heutzutage eine grosse
Herausforderung dar. Dank Managed Security
Services optimieren Unternehmen den Aufbau
und den Betrieb ihrer Sicherheitsinfrastruktur.
Die Anforderungen an
den Schutz von produktiven IT-Systemen gegen
Attacken haben sich in den letzten Jahren
stark erhöht und der Wandel ist nicht
abgeschlossen. Die Zeiten, in denen ein
Unternehmen durch den Einsatz von Firewall-
und Virenschutz-Lösungen relativ gut
geschützt war, gehören definitiv
der Vergangenheit an. Die heutigen Angriffe
sind sehr oft wirtschaftlich motiviert.
Es geht den Angreifern nicht mehr darum,
mit ihrer Tätigkeit Anerkennung in
der Hackerszene zu erhalten, sondern Geld
zu verdienen.
Jede kriminell motivierte
Person kann heute über einschlägige
Foren mit Malware-Entwicklern in Kontakt
treten und schon für rund 1000 Franken
sein eigenes Stück Malware zum Diebstahl
von sensitiven Unternehmensdaten eines ausgesuchten
Unternehmens entwickeln lassen. Die kriminelle
Energie dieser Entwickler ist umso grösser,
je mehr Geld damit verdient werden kann.
Unterstützt werden diese Angriffe durch
die immer grössere Anzahl an Schwachstellen
in den verwendeten IT-Komponenten. Diese
Schwachstellen können durch gezieltes
Patch Management eliminiert werden. Dies
bedingt, dass die Hersteller der entsprechenden
Client- und Server-Software auch rechtzeitig
die Patches zur Verfügung stellen oder
dass mit entsprechenden Sicherheitslösungen
die Problematik entschärft werden kann.
Know-how-Anforderungen
an IT-Sicherheitspersonal steigt
Nicht nur die Anforderungen
an die zu implementierenden Sicherheitslösungen
haben zugenommen, auch die Know-how-Anforderungen
an das IT-Sicherheitspersonal sind markant
gestiegen. Neben fundiertem Wissen über
Netzwerkmechanismen sind auch ein detailliertes
Verständnis über die Funktionsweise
der eingesetzten Applikationen und tiefe
Betriebssystemkenntnisse erforderlich.
In kleineren und mittleren
Unternehmen wird die Betreuung der Sicherheitskomponenten
oft als Zusatzaufgabe auf eine Person oder
einige Personen der Informatikabteilung
verteilt. Die Hauptaufgabe dieser Personen
ist die Pfl ege der IT-Produktionssysteme
und der direkte Benutzersupport. Eine Sicherheitslösung
zu implementieren ist ein erster Schritt
zur Absicherung von sensitiven Unternehmensdaten.
Die Implementierung allein bietet aber nur
kurzfristig Schutz. Da das Umfeld sich dynamisch
verändert, muss auch die Sicherheitslösung
im Rahmen der Betriebsaufgaben kontinuierlich
überprüft und angepasst werden.
Für das seriöse Management der
Sicherheitskomponenten fehlt im Unternehmen
jedoch oft die Zeit oder das Know-how. Gerade
der Aufbau und Erhalt von Know-how im Bereich
IT-Sicherheit stellt für ein Unternehmen
jeder Grösse einen grossen Kostenfaktor
dar.
IT-Sicherheit:
detaillierte Risikoanalyse nötig
IT-Sicherheit ist
eine reine, aber zwingend notwendige Präventionsmassnahme.
IT-Sicherheit bringt einem Unternehmen,
verglichen mit einem IT-Produktionssystem
zur Unterstützung der Geschäftsprozesse,
keinen direkten Wettbewerbsvorteil, sondern
nur einen erheblichen Schaden, wenn der
IT-Grundschutz nicht gewährleistet
ist. IT-Sicherheit zählt bei den meisten
Unternehmen
nicht zum Kerngeschäft. Die Frage,
wie viel in einem Unternehmen in das Th
ema IT-Sicherheit
investiert werden soll und welche Sicherheitsmassnahmen
zwingend umgesetzt werden müssen, lässt
sich nur mittels einer detaillierten Risikoanalyse
klären. Ein implementierter Risiko–Management-Prozess
gibt nicht nur Aufschluss über die
Prioritäten zur Implementation von
Schutzmassnahmen. Die Ergebnisse der Analyse
bilden zusammen mit der IT-Strategie die
Grundlage zum IT-Sicherheitsstrategie-Entscheid
«make or buy».
Beim Entscheid, die
IT-Sicherheit mit internen IT-Personalressourcen
zu implementieren und zu betreiben, müssen
die Investitionen nicht nur für die
technischen Massnahmen, sondern gezielt,
wie oben beschrieben, auch für die
Aus- und Weiterbildung der involvierten
Mitarbeiter gesprochen werden. Oft fehlt
es jedoch an Praxis und an Möglichkeiten
von Tests in Laborumgebungen. Die
Überprüfung von neuen Releases
ist nur sehr beschränkt möglich
und wiederum mit Kosten verbunden. Neben
dem Know-how einzelner Mitarbeiter kann
sich auch die Stellvertreterregelung
bei Abwesenheiten als Herausforderung erweisen,
da die Stellvertretung auch über fundiertes
Wissen verfügen muss. Die Pfl ege der
IT-Sicherheit darf nicht zur Zusatzaufgabe
bei genügend Zeit
beziehungsweise Ressourcen verkommen. Sie
muss als definierten Prozess seriös
wahrgenommen und umgesetzt werden. Nur dadurch
kann das mittels Risikoanalyse definierte,
benötigte Sicherheitsniveau aufrechterhalten
werden.
IT-Sicherheit-Outsourcing
macht Kosten berechenbar
Der Entscheid, die
IT-Sicherheit durch Outsourcing an einen
Managed Security Service Provider (MSSP)
einzukaufen, hat neben dem Kosteneinsparungspotenzial
durch Skaleneffekte beim MSSP auch den Vorteil,
dass die anfallenden Kosten für den
Betrieb und die Überwachung genau budgetierbar
respektive berechenbar werden. Zudem können
Technologierisiken auf den MSSP transferiert
werden. Die Konzentration auf das Kerngeschäft
erhöht die Wirtschaftlichkeit sowohl
des outsourcenden Unternehmens wie auch
des MSSPs selbst.
Die Sicherheitsexperten
des MSSPs lösen täglich bei einer
Vielzahl von Unternehmen sicherheitsrelevante
Probleme und erkennen frühzeitig Verhaltenstrends
der Angreifer. Die dadurch entstehenden
Synergiepotenziale kommen den einzelnen
Unternehmen in Form von höherer Qualität,
schnellerer Reaktion und besserer Prävention
des Managed Security Services (MSS) zugute.
Die
richtige Wahl des MSSPs ist entscheidend
Bei der Wahl des geeigneten
MSSPs spielt der Faktor Vertrauen eine zentrale
Rolle. Vertrauen ist ein Softfaktor und
kann erst durch eine längerfristige
Zusammenarbeit gefestigt werden, die auf
Offenheit und Transparenz basiert. In der
Evaluationsphase muss der MSSP deshalb aufzeigen
können, wie er die Transparenz sicherstellen
kann. Um in der Implementationsphase auf
beiden Seiten keine Überraschungen
zu erleben, müssen die Rollenverteilung
und die Zusammenarbeitsprozesse klar definiert
sein. Standardisierte Managed Security Services
müssen trotz ihrer hohen Standardisierung
bei der Parametrisierung genügend Flexibilität
aufweisen, um den Bedürfnissen der
zu schützenden Umgebung zu entsprechen.
Die Ausgestaltung des
MSS ist von MSSP zu MSSP unterschiedlich.
Die während der Risikoanalyse gewonnenen
Erkenntnisse fliessen in den Anforderungskatalog
an einen MSSP ein. Die Angebote auf dem
Markt sind sehr vielfältig und nicht
jeder MSSP versteht dieselben Leistungen
unter MSS. Die Angebote gehen von der Übernahme
des Betriebes (Outsourcing Operational Tasks)
bis hin zum Rückkauf von bestehender
Hard- und Softwarekomponenten respektive
Lieferung von Komponenten des MSSPs. Die
genaue Definition bietet die Servicebeschreibung
mit dem dazugehörenden Service Level
Agreement (SLA). Das SLA definiert die Leistungen
des Services wie den Umfang der Aktivitäten,
den Durchsatz, die Verfügbarkeit, die
Reaktionszeit, die Service- und Supportzeiten,
als auch den Eskalationsprozess und die
Pennalen beim Nichteinhalten des SLAs. Das
SLA ist eine Verpflichtung für beide
Seiten, an die sich Unternehmen und MSSP
zu halten haben. Im SLA ist auch definiert,
welche Leistungen explizit nicht im Servicepreis
enthalten sind und welche zusätzlichen
Kosten bei Nutzung dieser Leistungen anfallen.
Transparenz:
Voraussetzung für gute Zusammenarbeit
Die Systemverantwortung
kann das Unternehmen über ein SLA dem
MSSP übergeben. Das Risikomanagement
und die Verantwortung bezüglich IT-Sicherheit
aus strategischer Sicht lassen sich aber
nicht outsourcen. Ein Erfolgsfaktor der
Zusammenarbeit ist die Transparenz, das
heisst, es wird klar definiert, welcher
Leistungsnachweis in Form von Reporting
in welcher zeitlichen Periode vom MSSP erbracht
wird. Bei der Zusammenarbeit ist im Vorfeld
klar zu definieren, welche
Personen auf Unternehmensseite welche Art
von Aufträgen respektive Change Requests
dem MSSP erteilen können und welche
Informationen sie vom MSSP erhalten. Auch
die Art der Authentisierung dieser Personen
wird klar festgelegt.

Qualifizierte
Sicherheitsexperten übernehmen neben
der kontinuierlichen Überwachung der
Services auch das Management von Schwachstellen.
Fazit
Durch den Bezug von
Managed Security Services können sich
Unternehmen auf ihre Kernkompetenzen respektive
Kernprozesse konzentrieren und erhalten
zu zuvor definierten Kosten den Zugang zu
qualifizierten Sicherheitsspezialisten.
Diese übernehmen neben der kontinuierlichen
Überwachung der Services auch das Management
von Schwachstellen und können auf neue
Angriff strends sofort reagieren. Das Unternehmen
hat über das Reporting jederzeit die
Übersicht über
den Status der IT-Sicherheit.
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