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Optimierung der Sicherheit dank Logdaten-Management

Quelle: Netzguide E-Security vom 26. März 2008
Autor: Tom Hager, CEO, InfoTrust

Eine der Grundaufgaben eines Unternehmens ist der Schutz von unternehmenskritischen
Daten. Neben der Überwachung der Verfügbarkeit der Services und den periodischen Updates
der Sicherheitssoftware ist die Auswertung der Logdaten von zentraler Bedeutung.

Der Schutz von Geschäftsgeheimnissen in Form von unternehmenskritischen Informationen gehört zu den Grundaufgaben eines Unternehmens, um Wettbewerbsvorteile zu schaffen und langfristig am Markt zu bestehen. Durch die Digitalisierung werden diese unternehmenskritischen Informationen immer mobiler und müssen mittels geeigneten Massnahmen vor Diebstahl, Manipulation und Zerstörung geschützt werden. Der Schutz des Zugriff s ist ein Beispiel einer solchen Massnahme. Die Verfügbarkeit der Informationen für eindeutig definierte Benutzergruppen muss jederzeit gewährleistet sein. Diese hohen Anforderungen an die Informations- und IT-Sicherheit führen zur Implementierung von adäquaten Schutzmassnahmen. Die reine Implementierung von Schutzmassnahmen erhöht die Sicherheit jedoch nur über einen kurzen Zeitraum. Der nachhaltige Schutz wird ausschliesslich über den kontinuierlichen Betrieb der IT-Sicherheitsinfrastruktur gewährleistet. Neben der Überwachung der Verfügbarkeit der Services und den periodischen Updates der Sicherheitssoftware und Patterns ist die Auswertung der Logdaten von zentraler Bedeutung.

Zentrale Auswertung von Logdaten
Jede Sicherheitskomponente generiert Logdaten. Diese Logdaten werden lokal auf den einzelnen Komponenten gespeichert. Die Speicherkapazität ist abhängig von der jeweiligen Komponente. Für die Auswertung der Daten bieten einzelne Hersteller ihre spezifischen Tools an. Die Auswertung der lokalen Logdaten auf jeder einzelnen Komponente skaliert nicht in grösseren Infrastrukturen. Zudem bringt eine solche Auswertung nicht die gewünschte Gesamtsicht über die ITSicherheitsinfrastruktur. Die Vielzahl herstellerspezifischer Tools sorgt auch für einen hohen Betriebsaufwand. Die Lösung liegt in der zentralen Auswertung der Logdaten. Die Logdaten aller involvierten Komponenten werden über einen sicheren Kanal zu einer zentralen Datenbank übertragen und darin gespeichert (siehe Abbildung 1).

Die Herausforderung liegt in der Behandlung der unterschiedlichen Formate, in denen Logdaten zur Verfügung stehen. Syslog ist ein De-facto-Standard, der von den meisten Komponenten-Herstellern unterstützt wird. Die Übertragung von Syslog-Meldungen erfolgt im Klartext. Durch das Tunneling von Syslog-Meldungen über die SSL(Secure Socket Layer)- oder SSH(Secure Shell)-Protokolle werden die Meldungen im Netzwerk verschlüsselt übertragen. Nicht alle Komponenten unterstützen allerdings diese Protokolle. Eine andere Variante zur sicheren Übertragung von Logdaten ist ein dediziertes Managementnetzwerk. Neben den reinen Syslog-Meldungen müssen auch applikationsbasierte Logdaten übertragen und in der Datenbank abgespeichert werden. Zu diesen Informationen zählen beispielsweise Zugriff sprotokolle von Webservern, Protokolldaten von Authentisierungsservern, Firewall-, IPS- und Proxy-Logdaten sowie nicht Syslog-basierende Betriebssystem-Logdaten (Microsoft) und auch reine Textdaten (ASCII). Eine Voraussetzung für den erfolgreichen Einsatz eines zentralen Logdaten-Management-Systems ist die Synchronisation der Zeit auf allen Komponenten.

Korrelation von Ereignissen gibt Aufschluss
Die für die Sicherheit involvierten IT-Komponenten können abhängig vom gewählten Protokollierungsgrad sehr viele Meldungen erzeugen. Nicht jede dieser Meldungen soll später auch ausgewertet werden. Oft bestehen zwischen unterschiedlichen Meldungen Beziehungen, die redundante Informationen beinhalten, das heisst mehrere Meldungen haben einen logischen und immer identischen Zusammenhang. Eine aus diesem Zusammenhang stammende Meldung lässt auf ein bestimmtes Ereignis schliessen. Durch die Zusammen-fassung der einzelnen voneinander abhängigen Meldungen in ein Ereignis lässt sich die Datenfl ut minimieren. Die auf Ereignisse zusammengefassten unterschiedlichen Meldungen werden für die spätere Auswertung normalisiert. In der zentralen Datenbank gibt es ein definiertes Format, um die Ereignisse abzuspeichern
(siehe Abbildung 2).

Angriffe und Fehler werden dank der automatischen Verknüpfung von Ereignissen unterschiedlicher Komponenten erkannt. Es können auch Aussagen über das Benutzerverhalten gemacht werden. Neue Erkenntnisse werden durch die Korrelation gewonnen. Die Qualität der Korrelation und die Flexibilität in der Konfiguration dieser Korrelationsregeln bilden die entscheidenden Erfolgsfaktoren im Logdaten-Management.

Monitoring, Reporting und Archivierung
Die in der Datenbank gespeicherten Ereignisse werden für das Monitoring, das Reporting und die Archivierung verwendet. Das Ziel beim Monitoring ist, die Sicherheitsinfrastruktur in «Echtzeit» zu überwachen. Beim Eintreffen bestimmter Ereignisse werden definierte Personen alarmiert. Dies setzt voraus, dass im Unternehmen ein Incident-Management-Prozess definiert ist. Die Kompetenzen und Verantwortungen müssen klar geregelt sein. Ausserdem muss definiert sein, wer wann welche Informationen erhält. Beispielsweise wird beschrieben, bei welchen Ereignissen die Pressestelle informiert werden muss. Das Monitoring zeigt neben Sicherheitsereignissen und Fehlern auch Informationen über die aktuelle Auslastung auf. Für Performance- und Trendanalysen sowie sowie für das Aufzeichnen des Benutzerverhaltens kommt das Reporting zum Einsatz. Das Ziel des Reportings ist, Aussagen über einen gewissen Zeitraum zu erhalten. Auch hier gilt, dass klar definiert werden muss, wer wann welche Reports erhalten soll. Ein heikles Th ema sind Reports über das Benutzerverhalten, etwa welche Benutzer auf welche Webseiten zugegriffen oder an wen sie E-Mails geschrieben haben. Welche Benutzerdaten ausgewertet werden dürfen, muss zwingend mit der Personalabteilung des Unternehmens abgestimmt werden. Gegebenenfalls ist auch das Einverständnis des Benutzers notwendig. Dies erfolgt beispielsweise in Form einer unterschriebenen Internet-Nutzungsrichtlinie. Neben Monitoring und Reporting ist auch die Archivierung eine zentrale Komponente des Logdaten-Managements. Die Logdaten werden für zukünftige Auswertungen archiviert. Dabei ist im Vorfeld eindeutig zu regeln, welche Daten wie lange aufbewahrt werden. In einigen Branchen regeln gesetzliche Grundlagen die Aufbewahrungsdauer von bestimmten Daten. Dies ist zum Beispiel bei Internet-Service-Providern der Fall. Archivierte Daten werden aus der zentralen Datenbank gelöscht. Sie müssen aber jederzeit für situationsbedingte Auswertungen wieder integriert werden können, beispielsweise für die Rekonstruktion eines Vorfalls, der sich vor Monaten abgespielt hat.

Performance ist ein entscheidender Erfolgsfaktor
Die Performance des gesamten Logdaten-Management-Systems hängt nicht nur von der Anzahl der involvierten Komponenten und der erzeugten Log-Meldungen ab. Auch die Qualität der Daten-Aggregation und -Korrelation und die Leistungsfähigkeit, das Design und die Grösse der Datenbank spielen eine wesentliche Rolle. Am Markt bieten unterschiedliche Hersteller zentrale Logdaten-Management-Lösungen an. Vor der Beschaff ung einer Lösung müssen klare Ziele in einem Logdaten-Management-Konzept definiert sein. Bestandteile eines solchen Konzepts sind die oben erwähnten Prozesse wie Monitoring, Reporting, Incident Management und Archivierung. Eine Schätzung der Anzahl Meldungen ist für die Dimensionierung der Lösung unumgänglich. Zudem ist die Performance der Lösung ein kritischer Erfolgsfaktor, der sowohl für den optimalen Nutzen der Investition, als auch für die hohe Akzeptanz des Systems bei den Mitarbeitern ausschlaggebend ist.

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